Die Ini zu Besuch bei Olaf Scholz im Feuervogel

Am 24.Januar war der derzeitige Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz auf Initiative der SPD ins Harburger Bürgerzentrum „Feuervogel“ im Phoenixviertel gekommen. Titel der Show war „Olaf Scholz im Gespräch“.
Auch wir von der Ini „Ja zur Nö“ waren mit 15 Leuten zu der von insgesamt ca. 300 Personen besuchten Veranstaltung gekommen, um die Harburger über unsere Anliegen zu informieren. Am Eingang bekamen alle Interessierten ein Flugblatt mit einer kurzen Info zur Initiative in die Hand gedrückt. Unsere Freunde von den Libertären Harburg machten ebenfalls bereits vor der Tür des Veranstaltungsortes auf die keineswegs immer besonders sympathische Vergangenheit des Bürgermeisters aufmerksam – es sei nur an die 2001 von ihm als Hamburger Innensenator eingeführten Brechmitteleinsätze zur Überführung von mutmaßlichen Verkäufern illegalisierter Drogen erinnert, die Ende 2001 mit Achidi John den Banner-Aktion bei Olaf Scholzersten Toten forderten (Vgl. http://www.brechmitteleinsatz.de/infos/chrono.html).

Dünnhäutige Lokalpolitiker_innen

Tatsächlich Zugang zum Veranstaltungssaal zu bekommen war allerdings gar nicht so einfach, da die Veranstaltungsleiterin von der SPD uns partout nicht mit unserem Transparent auf dem wir ein „selbstverwaltetes soziales Zentrum in der Nöldekestraße 19“ forderten, hereinlassen wollte. Wahrscheinlich fürchtete sie sich vor Krawallen, die ja bekanntlich von allen Menschen, die Transparente mit sich führen, ausgehen… Nachdem der verantwortlichen Dame von der SPD allerdings etwas Nachhilfe in Sachen „Recht auf freie Meinungsäußerung“ gegeben worden war, ließ man uns jedenfalls passieren.

Bürgermeister als Entertainer

Nach einer 30-minütigen One-Man-Show des Bürgermeisters wurden Fragen zu verschiedensten lokal- und stadtpolitischen Themen gestellt – von der täglichen LKW-Lawine auf der löchrigen Bremer Straße bis hin zur stadtweit beliebten Elbphilharmonie. Kurz vor Ende kamen auch wir von der Ini „Ja zur Nö“ und die Freunde vom Kulturverein „Alles wird schön“ zum Zug und konnten auf die Vielzahl an leerstehenden Gebäuden in Harburg und die schleppenden Verständigungsprozesse mit den Verantwortlichen des Bezirks aufmerksam machen. (Vgl. http://leerstandsmelder.de/)
Auf unsere Frage, ob sich O. Scholz etwas wie die Rote Flora oder das Gängeviertel in Harburg vorstellen könne, antwortete er, dass es nicht so sei, dass er sich das gar nicht vorstellen könne. Den Bezug auf das Gängeviertel zog er jedoch dem auf die Rote Flora vor. Weiterhin empfahl er, mit den Verantwortlichen im Bezirk im Gespräch zu bleiben. (Eine Video-Dokumentation unseres Redebeitrags und der Antwort O.Scholz‘ kann hier angesehen werden: http://www.youtube.com/watch?v=HoZccuujOFU) Inwiefern er allerdings dazu bereit und in der Lage ist, über das Verständnis von „Kultur“ als Lockmittel im „internationalen Wettbewerb der Metropolen“, hinaus zu denken, das u.a. von der Hamburg Marketing GmbH aggressiv befördert wird (Vgl. http://marketing.hamburg.de/Erfolgsbausteine-2009.717.0.html), bleibt zweifelhaft.

Dass allerdings nicht nur „Menschen mit Transparenten“ den Wunsch nach einem kulturellen und sozialen Zentrum in Harburg haben, sondern auch auch viele andere Bürger von Harburg, ist an dem Abend in zahlreichen Gesprächen nach dem Ende der Veranstaltung jedenfalls sehr deutlich geworden. Wir machen weiter!